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Sexroboter: Bald sind sie Realität

Von RealDolls gibt es bald den Sexroboter Harmony

In Science-Fiction-Filmen sind Sexroboter nichts Ungewöhnliches. Schon bald könnten sie in vielen Haushalten zu finden sein.

Mehrere Firmen, darunter der Hersteller Abyss Creations, wollen bald Sexroboter auf den Markt bringen.

Sie sollen Lustgefühle befriedigen und sogar zu therapeutischen Zwecken zum Einsatz kommen. Welche Technik steckt dahinter und warum ist sie erst jetzt marktreif?

Lusterfüllung bald mit Maschinen möglich

Menschen werden von Lust getrieben. Es ist wenig verwunderlich, dass fast jede Art von Produkt mit ein wenig Sexyness verkauft werden kann – Sex sells, bekanntlich.

Doch nicht jede Firma will Parfum und andere Produkte mithilfe halb-nackter Frauen verkaufen. Einige Unternehmen konzentrieren sich ausschließlich auf den Bereich sexuelle Befriedigung.

Schon immer phantasierten Menschen über den idealen, künstlichen Sexpartner.

Bislang ist es niemandem gelungen, ihn herzustellen. Das Repertoire an Apparaten zur Lusterfüllung umfasst derzeit:

  • aufblasbare Puppen
  • Dildos
  • künstliche Vagina
  • RealDolls

Dass diese Silikonprodukte nicht einen reellen Partner ersetzen können, ist klar. Das liegt aber weniger am Material, sondern ihrer statischen Bauform.

Eine künstliche Vagina spricht nicht und sie kann sich nicht bewegen; RealDolls sehen zwar echt aus, sind aber ebenfalls nicht beweglich. Um dieses Problem zu beheben, arbeiten Unternehmen wie Abyss Creations an dem ultimativen Sexroboter.

Möglich wird dies heute durch die technologischen Fortschritte der letzten Jahrzehnte. Doch auch Menschen sind offener als früher. Für sie scheint es nicht ungewöhnlich zu sein, Sex mit einem Roboter zu haben.

Der milliardenschwere Sex-Tech-Markt

Sex-Technologie gibt es seit weniger als einem Jahrzehnt. Und doch beträgt der Umsatz dieser Branche bereits 30 Milliarden US-Dollar.

Der Markt besteht natürlich nicht nur aus Sexrobotern, sondern auch Apps, um Partner zu finden sowie Virtual-Reality-Pornos.

Doch die Sexroboter haben unter allen Produkten das größte Potenzial. Sie sind nämlich kein virtuelles Produkt, sondern kommen der Realität sehr nahe.

Nun sind sie endlich marktreif.

Der moderne Sexroboter made in San Marcos

Realbotix entwickelt den ersten Sexroboter Harmony

Silicon Valley ist für seine revolutionären Start-ups bekannt. Ebenfalls in Kalifornien befindet sich San Marcos, wo ein besonderer technologischer Fortschritt stattfindet.

Hier ist das Unternehmen Abyss Creations ansässig, welches einen neuartigen Sexroboter namens Harmony entwickelt.

Das Unternehmen spezialisiert sich auf sogenannte RealDolls. Es handelt sich um bewegliche Sexpuppen aus Silikon, die Menschen verblüffend ähnlich sind.

Der Prototyp Harmony basiert auf den RealDolls des Unternehmens, mit einem Unterschied: Der Roboter lächelt, blinkt und imitiert Gesichtszüge.

Im Rahmen des Projekts Realbotix will Abyss Creations den nächsten Schritt in der Evolution der RealDolls schaffen: Robotische Teile integrieren, damit Sexroboter echter denn je werden.

Um dieses Ziel zu erreichen, setzt der Hersteller auf 3D-gedruckte Bauteile, künstliche Intelligenz, Sensoren und Spracheingabe.

Was Harmony von herkömmlichen Sexrobotern abhebt, ist ihre künstliche Intelligenz. Sie ist mehr als ein Lustobjekt und kann durchaus auch Gespräche führen; sie ist sogar in der Lage, die Vorlieben ihres Nutzers zu speichern und diese Dinge in Konversationen wiederzugeben.

Im Gegensatz zu Robotern, die man in Filmen sieht, kann Harmony nicht gehen. Noch ermöglichen die heutigen technologischen Fortschritte keine solchen Bewegungen. Gehfähige Roboter haben sehr ungewöhnliche Formen.

Sexroboter und Virtual Reality

Das Team von Realbotix hat nicht nur einen simplen Roboter entwickelt, sondern auch eine Cloud-App, die seine künstliche Intelligenz liefert.

Über ein Tablet oder Smartphone kann man mithilfe seiner Stimme sogar mit der Harmony A.I. App interagieren. Ein Avatar repräsentiert die künstliche Intelligenz.

Apropos Avatar: Realbotix stellte fest, dass mit den in der Harmony App erstellten Charakteren auf eine neue Weise interagiert werden muss. Deshalb begann das Unternehmen die Arbeit an einer Virtual-Reality-Platform.

Diese soll eine Alternative oder Ergänzung zum klassischen Sexroboter sein.

Matt McMullen der Erfinder von RealDoll entwickelt den ersten Sexroboter
Matt McMullen, der Erfinder von RealDoll, entwickelt den ersten Sexroboter

Sexroboter für therapeutische Zwecke

Auch wenn viele Menschen einen Sexroboter besitzen wollen, um in erster Linie ihren sexuellen Drang zu befriedigen, sind sie mehr als nur ein simples Lustobjekt.

Bestsellerautor David Levy sagte 2007 in seinem Buch “Love + Sex with Robots”, dass Roboter in Zukunft für therapeutische Zwecke zum Einsatz kommen könnten. Es gibt zahlreiche Personen, die soziale Schwächen haben und von einem Sexroboter wie Harmony profitieren könnten.

Doch auch normale Männer scheinen kein Problem damit zu haben, mit einem Roboter zu schlafen.

Laut der Medienwissenschaftlerin Jessika Szczuka von der Universität Duisburg-Essen könnten 40 Prozent der Männer sich vorstellen, in den nächsten fünf Jahren einen solchen Roboter zu erwerben; dies geht aus einer Online-Studie der Universität hervor.

Sexroboter lieben und heiraten

RealDoll Sexroboter HarmonyWenn Roboter Menschen immer ähnlicher werden, stellt sich natürlich die Frage: Werden sich Menschen in sie verlieben und auch heiraten?

In Japan machte ein Gamer mit dem Peudonym Sal9000 auf sich aufmerksam, als er eine Spielfigur aus dem Nintento-DS-Spiel Love Plus heiratete. Es ist also mehr als denkbar, dass es in Zukunft Beziehungen zwischen Menschen und Robotern geben könnte.

Es muss aber nicht gleich die erste Liebe sein, die der Roboter ersetzt.

Viele alte Menschen verlieren im Laufe des Lebens ihren Partner und vereinsamen. Sexroboter könnten für sie eine Alternative zu einer neuen Partnerschaft darstellen.

Danielle Knafo, eine Professorin für klinische Psychologie, sieht in den Robotern eine andere Möglichkeit. In ihrer Studie “Guys and Dolls: Relational Life in the Technological Era” kam sie zu der Erkenntnis, dass Roboter insbesondere Männern helfen könnten, sich an den weiblichen Körper zu gewöhnen.

So könnten sie Selbstvertrauen aufbauen und dann eine echte Beziehung beginnen.

Ethische Probleme mit Sexrobotern

Die meisten Sexroboter sind aktuell weiblicher Natur – und das löste eine Kampagne aus, die von Kathleen Richardson geleitet wird.

Die Forscherin kritisiert, dass Sexroboter die Gleichberechtigung unserer Gesellschaft verschlechtern. Sie sollen nämlich Stereotypen vermitteln.

Die Hersteller der Sexroboter teilen diese Meinung nicht. Für sie sind ihre Roboter kein Ersatz für Frauen, sondern ein Zusatz. Außerdem sollen sie therapeutische Hilfe für Menschen leisten, die Sexprobleme haben.

Außerdem spricht nichts dafür, männliche Sexroboter zu schaffen; schließlich gibt es männliche RealDolls.

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